Mitarbeiter als Mittel zum Zweck: Ausnutzende Führung in Organisationen  

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Allen positiven Führungsansätzen zum Trotz erleben viele Mitarbeiter, dass ihre Vorgesetzten vor allem darauf setzen, sie auszunützen und auf ihren eigenen Nutzen zu achten. Ein Forschungsprojekt an der TUM School of Management hat untersucht, welche Folgen diese Art der Führung hat.

Die Führungsforschung hat sich bis vor kurzem hauptsächlich mit der positiven Seite der Führung beschäftigt. Im Focus stand dabei, wie sich ideale Vorgesetzte verhalten, die Mitarbeiter fördern und fordern, die zugleich visionär, aber auch bescheiden sind und sich zum Wohle der Organisation und der Mitarbeiter zurücknehmen (Avolio, Walumbwa & Weber, 2009).

Doch zahlreiche Skandale machen deutlich, dass diese positive Sichtweise zum großen Teil nicht den Erfahrungen vieler Mitarbeiter entspricht. So geriet der Internethändler Amazon vor ein paar Jahren wegen seiner Managementpraktiken in Kritik, bei denen Führungskräfte ihre Mitarbeiter gezielt ausnutzen. Die New York Times berichtete davon, wie sie von ihren Vorgesetzten massiv unter Druck gesetzt und als reines Mittel zum Zweck eingesetzt werden, um die Ziele des Unternehmens zu erreichen und die Profite zu vergrößern (Kantor & Streitfeld, 2015, August 15).

Um dieses Führungsverhalten besser zu verstehen, wurde an der TUM School of Management ein Forschungsprojekt durchgeführt, in dem die verschiedenen Formen der ausnutzenden Führung – inklusive ihrer Auswirkungen und möglicher Bedingungen – analysiert wurden (Schmid, Pircher Verdorfer & Peus). In einer ersten Studie wurden Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Organisationen und Branchen gebeten, ihre Erfahrungen mit Führungskräften, die andere ausnutzen und für ihre Zwecke einspannen, detailliert zu beschreiben. Die dargestellten Situationen wurden anhand der Fragestellung analysiert. Daraus ergaben sich fünf typische Kategorien ausnutzender Führung:

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  1. Eigennütziges Verhalten

Ausnutzende Führungskräfte sind vor allem daran interessiert, ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Mitarbeiter sind für sie ein Mittel zum Zweck und für sie ist es selbstverständlich, dass die Arbeit anderer hauptsächlich ihrem eigenen Nutzen dient. Das illustriert beispielsweise folgende Aussage: „Das einzige Kriterium ist, was dem Chef weiterhilft“.

  1. Die Lorbeeren für die Arbeit anderer einstecken

Führungskräfte profitieren von der Arbeit der Mitarbeiter und schmücken sich mit den Lorbeeren anderer: „Mein Chef hat mich gebeten für ein wichtiges Projekt einen Kommunikationsplan auszuarbeiten…im nächsten Projektmeeting hat er diesen als seine Idee vorgestellt…ich wurde nicht erwähnt.“

  1. Mitarbeiter manipulieren

Um eigene Ziele zu erreichen, scheuen sich ausnutzende Führungskräfte auch nicht davor, andere zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen. Das wird am Beisp…

AUTOR(EN)

Professorin Dr. Ellen Schmid, M.Sc. Occupational Psychology, Professorin für Responsible Leadership an der Munich Business School

Professorin Dr. Claudia Peus, Diplom-Psychologin, Professorin für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement und Vice Dean of Executive Education an der TUM School of Management in München